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Kristallmarathon

Durch meinen gestrigen Besuch wurde ich diskret darauf aufmerksam gemacht, dass der Bericht vom Kristallmarathon noch fehlt. Das stimmt natürlich und wird jetzt umgehend nachgeholt.

Der Ausflug zum Kristallmarathon muss ich klar in zwei Bereiche Teilen. Das Erlebnis war absolut toll, das kann ich jedem und jeder empfehlen, meine sportliche Leistung war allerdings noch tiefer im Keller als der Lauf selber.
Nun aber mal der Reihe nach.

Nach einer intensiven Grippe bin ich gleich im Anschluss am Freitag mit Maik nach Bad Salzungen gereist. Das war eine Autofahrt von 5 Stunden, allerdings lief der Verkehr absolut problemlos.  Das bedeutete, dass wir schon im Nachmittag in Bad Salzungen ankamen. Die grosse Überraschung war das dortige Thermalbad. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele Saunen gesehen. Wir waren mit der Auswahl fast überfordert.

Thermalbad in Bad Salzungen

Am Samstag hatten wir einen ganzen Tag Zeit und keine Pläne. Die Durchsicht der Zeitung brachte zu Tage, dass in Brotterode ein Skispringen statt fand. Der Tross des Continental Cups machten für ein Wochenende in der Gegend Halt. Das, nachdem er vorher in der Türkei war…kann man in der Türkei wirklich skispringen?
Da ich in meinem Leben noch nie an einem Skispringen war, wollte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Schanze in Brotterode

Am Sonntag galt es dann ernst. Ein Marathon in 500m Tiefe stand an.

Eingang zum Bergwerk

Da ich ein paar Tage vorher noch ziemlich hohes Fieber hatte, machte ich mir keine allzu grossen Hoffnungen. Mal los laufen und sehen, was auf mich zu kommt.

Zuerst sind wir allerdings mit dem Lift ins Bergwerk geführt worden. Das allerdings kein Lift, wie wir den  kennen, der war mehrstöckig und wurde auch sehr gut gefüllt. Wenn auf dem Typenschils 20 Personen angeschrieben steht, dann werden auch so viele rein „gepfercht“. Beeindruckt hat mich die Buchhaltung, welche geführt wurde. Der Bergwerksbesitzer hat zu jedem Zeitpunkt gewusst, wer noch im Stollen ist.

Liftanlage

Unten angekommen wurden wir mit Lastwagen in die grosse Halle gefahren.

Cabriolastwagen
Sicherheit wird gross geschrieben. In 500m Tiefe hat es sogar einen Krankenwagen.
Da wird beim Schmieren nicht gespart…

Über den Lauf gibt es nicht viel zu berichten. Auf der ersten Runde war ich noch einigermassen gut unterwegs, merkte aber schon bald, dass es nicht mein Tag ist. An durchgehendes Laufen war gar nicht zu denken, ich musste immer wieder Gehpausen einlegen. Nach dem halben Marathon gab ich auf. Glücklicherweise konnte ich mich noch auf Halbmarathon umbuchen und wurde als Finisher geführt. Die Zielzeit über 2h sind die mit Abstand schlechteste Zeit, die ich je gelaufen bin. So etwas lernt einem wieder mal Demut.

Der Wettkampf steht für nächstes Jahr schon mal auf der Liste. Ich habe ja noch eine Rechnung offen. Wer auch interessiert ist, muss sich jeweils beeilen. Die Startplätze sind rasch weg. Im 2018 soll er allerdings an zwei Tagen stattfinden, damit mehr Sportler in die Tiefe fahren können.

Hier noch ein paar Links:

http://www.erlebnisbergwerk.de/de/veranstaltungen/sport/kristallmarathon.html

Der Film wurde durch Maik gedreht. Wer gut aufpasst, wird mich auch sehen.

Nach dem höchsten folgt der tiefste

Was macht man, wenn man höchsten Ultra gelaufen ist? Genau, man läuft den tiefsten.

Am 12. Februar 2017 findet im stillgelegten Salzbergwerk Merkers in Thüringen ein Marathon 500m unter der Erde statt. Alternativ kann auch 10km oder ein Halbmarathon gelaufen werden. Die Teilnehmerzahl ist gesamthaft auf 500 begrenzt, damit alle Teilnehmer in vernünftiger Zeit unter Tage gebracht werden können.

Die Pflichtausrüstung ist bei diesem Lauf nicht mit denen bei Trailläufen zu vergleichen. Es muss mit Velohelm und Stirnlampe gelaufen werden.

Es werden 13 Runden à 3.25km bei 21°C und 20%-30% Luftfeuchtigkeit gelaufen.